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Reitrecht
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Contents
• Deutschland
• Schweiz
• Siehe auch
• Einzelnachweise
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Deutschland
Das Recht zu reiten gehört zwar zum Schutzbereich des Art. 2 Abs. 1 Grundgesetz (GG) im Sinne der allgemeinen Handlungsfreiheit, jedoch nicht zum besonders geschützten Kernbereich privater Lebensgestaltung. Das Reitrecht wird daher nur im Rahmen der verfassungsmäßigen Rechtsordnung gewährt und kann durch Gesetze beschränkt werden.cite-ref-1[1] Das Reitrecht zählt zum Betretungsrecht.
Für die Teilnahme am Straßenverkehr gilt, dass das Reiten und bespannte Fahren auf öffentlichen Straßen generell erlaubt ist. Dabei gelten für Reiter und Fahrer die Vorschriften des Straßenverkehrsrechts.
In der Bundesrepublik Deutschland wird das generelle Reitrecht im Wald im Bundeswaldgesetz (BWaldG), das Reiten außerhalb des Waldes ausschließlich durch die Länder geregelt (§ 57 Bundesnaturschutzgesetz). Für das Reiten im Wald ist insbesondere § 14 BWaldG von Bedeutung, der grundsätzlich nur das Reiten auf Straßen und Wegen erlaubt (§ 14 Abs. 1 Satz 1 BWaldG). In § 14 Abs. 2 BWaldG wird den Ländern das Recht eingeräumt, die Einzelheiten hierzu zu regeln. Es handelt sich insofern um ein Bundesrahmengesetz.cite-ref-2[2] Es ist dabei zulässig, dass das Recht in Wäldern zu reiten landesgesetzlich auf ausgewiesene Reitwege beschränkt wird.cite-ref-3[3]
Gesetzliche Regeln in Deutschland
Auf öffentlichen Wegen und Straßen wird die Nutzung in der StVO geregelt. Das unten stehende blaue Schild weist einen Sonderweg aus, auf dem nur das Reiten erlaubt ist. Das Verbotsschild setzt sich aus dem Zeichen 250 und dem im § 39 Abs. 7 StVO aufgeführten Sinnbild „Reiter“ zusammen. Dort ist Reiten verboten, das Führen des Pferdes ist jedoch erlaubt.cite-ref-4[4] In bewirtschafteten Forsten gelten landesrechtliche Regeln und vereinfachte Beschilderung. Zum Reiten dienen auf dem Land auch die unbefestigten Sommerwege entlang von befestigten Straßen.
Landesrechtliche Regeln
In der Feldflur und im Wald greifen landesrechtliche Regeln, die erheblich voneinander abweichen, beispielsweise folgende möglicherweise veralteten Regelungen:
Schweiz
Im Straßenverkehr sind Reiter den anderen Fahrzeugen beim Vortritt gleichgestellt (Art. 14 Abs. 4 VRV); im Übrigen sind die anderen Verkehrsregeln mit Ausnahme des Signals Allgemeines Fahrverbot sinngemäß anzuwenden (Art. 50 Abs. 4 SVG; Art. 2 Abs. 2 SSV). Auf stark befahrenen Straßen dürfen nur geübte Reiter auf verkehrsgewohnten Tieren reiten, wobei sie höchstens ein Handpferd mitführen dürfen. Das Reiten in Kolonne ist grundsätzlich nur hintereinander gestattet. Ausnahmen bestehen außerorts auf Straßen mit geringem Verkehrsaufkommen oder bei einem Verband von mindestens sechs Reitern. In diesen Fällen ist es erlaubt, zu zweit nebeneinander zu reiten (Art. 51 VRV).
Reiter müssen sich an ein allfällig signalisiertes Verbot für Tiere halten; dies schließt gerittene Tiere mit ein; ein explizites Reitverbot gibt es nicht (Art. 19 Abs. 1 Buchstabe i SSV). Das Signal Reitweg verpflichtet Reiter und Personen, die Pferde an der Hand führen, den so gekennzeichneten Weg zu benutzen. Andere Teilnehmer sind auf Reitwegen nicht zugelassen.
Siehe auch
Einzelnachweise
cite-note-11. ↑ BVerfGE 80, 137 154 ff. (Reiten im Walde).
cite-note-22. ↑ BVerfGE 80, 137 155.
cite-note-33. ↑ BVerfGE 80, 137.
cite-note-44. ↑ Verkehrszeichen 257-51 (Verbot für Reiter) - Führen erlaubt. vfdnet.de, 19. April 2021, abgerufen am 23. Juni 2025.
cite-note-51. Landesrecht BW § 37 LWaldG | Landesnorm Baden-Württemberg | - Betreten des Waldes | Waldgesetz für Baden-Württemberg (Landeswaldgesetz - LWaldG) in der Fassung vom 31. August 1995 | gültig ab: 14.07.2015. Abgerufen am 3. Oktober 2019.
cite-note-62. BayWaldG: Bayerisches Waldgesetz (BayWaldG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. Juli 2005 (GVBl S. 313) BayRS 7902-1-L (Art. 1–52) - Bürgerservice. Abgerufen am 3. Oktober 2019.
cite-note-73. Gesetz zur Erhaltung und Pflege des Waldes (Landeswaldgesetz – LWaldG). Abgerufen am 3. Oktober 2019.
cite-note-84. Waldgesetz des Landes Brandenburg (LWaldG). Abgerufen am 3. Oktober 2019.
cite-note-95. Hessisches Waldgesetz (HWaldG). Abgerufen am 3. Oktober 2019.
cite-note-106. Landesrecht - Dienstleistungsportal M-V. Abgerufen am 3. Oktober 2019.
cite-note-117. VORIS § 26 NWaldLG | Landesnorm Niedersachsen | - Reiten | Niedersächsisches Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung (NWaldLG) vom 21. März 2002 | gültig ab: 29.03.2002. Abgerufen am 3. Oktober 2019.
cite-note-128. Landesrecht Rheinland-Pfalz. Abgerufen am 3. Oktober 2019.
cite-note-139. § 12 Waldgesetz für den Freistaat Sachsen (SächsWaldG)
cite-note-1410. OLG Dresden, Beschl. v. 10. September 2015 – OLG 26 Ss 505/15 (Z)
cite-note-1511. Landesrecht Sachsen-Anhalt LWaldG | Landesnorm Sachsen-Anhalt | Gesamtausgabe | Gesetz zur Erhaltung und Bewirtschaftung des Waldes, zur Förderung der Forstwirtschaft sowie zum Betreten und Nutzen der freien Landschaft im Land Sachsen-Anhalt (Landeswaldgesetz Sachsen-Anhalt - LWaldG) vom 25. Februar 2016 | gültig ab: 04.03.2016. Abgerufen am 3. Oktober 2019.
cite-note-1612. Gesetze-Rechtsprechung Schleswig-Holstein LWaldG | Landesnorm Schleswig-Holstein | Gesamtausgabe | Waldgesetz fĂĽr das Land Schleswig-Holstein (Landeswaldgesetz - LWaldG) vom 5. Dezember 2004 | gĂĽltig ab: 01.01.2005. Abgerufen am 3. Oktober 2019.
cite-note-1713. Landesrecht TH § 6 ThürWaldG | Landesnorm Thüringen | - Betreten des Waldes, sportliche Betätigung in Wäldern | Gesetz zur Erhaltung, zum Schutz und zur Bewirtschaftung des Waldes und zur Förderung der Forstwirtschaft (Thüringer Waldgesetz - ThürWaldG -) vom 6. August 1993 | gültig ab: 01.01.2019. Abgerufen am 3. Oktober 2019.